Schwitzen - Merkmale, Ausprägungsformen und Behandlung der Hyperhidrose
Das Schwitzen kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Nicht immer muss auch eine ärztliche Behandlung erfolgen. Fällt es jedoch übermäßig stark aus, spricht man von einer Hyperhidrose, die man auf unterschiedliche Art und Weise therapieren kann. Informieren Sie sich über Merkmale und Ausprägungsformen des Schwitzens und lesen Sie alles Wissenswerte über die Hyperhidrose.
Übermäßiges Schwitzen - Krankheitsbild
Schwitzen ist ein lebensnotwendiger Vorgang, der für die Regulation der Körpertemperatur unabdingbar ist. Der Mensch besitzt etwa 2 Millionen Schweißdrüsen, die gerade in den warmen Jahreszeiten zu einer vermehrten Produktion von Schweiß führen, um den Organismus so vor einer Überhitzung zu schützen.
Die Schweißdrüsen produzieren Schweiß, um den Körper zu kühlen. Dies macht dann Sinn, wenn sich der Mensch im Sommer bei großer Hitze im Freien aufhält oder wenn sich der Mensch sportlich betätigt. Durch die Schweißproduktion wird der Körper wieder auf Normaltemperatur gekühlt.
Es gibt jedoch Menschen, die unabhängig von der Temperatur stark schwitzen. Viele Frauen in den Wechseljahren leiden unter heftigem Schwitzen oder Schweißausbrüchen. Grund ist hier die veränderte hormonelle Situation. Auch schwangere Frauen leiden aufgrund der hormonellen Umstellung häufig unter Schwitzen.
Das Gewicht ist in vielen Fällen der Grund für übermäßiges Schwitzen, so dass Menschen, die übergewichtig sind, leichter schwitzen als schlanke Menschen. Menschen, die Angst vor einer bestimmten Situation haben und/oder äußerst nervös sind, schwitzen meist auch mehr als in einer entspannten Situation.
Überschreitet die Mengen an produziertem Schweiß den Wert von 100ml, gemessen binnen 5 Minuten in der Achselhöhle, dann handelt es sich um pathologisches Schwitzen. Man spricht in diesem Fall von einer Hyperhidrose oder auch Hyperhidrosis. Das vermehrte Schwitzen kann hierbei auf einzelne Körperteile beschränkt sein oder sich generalisiert am ganzen Körper zeigen.
Die Hyperhidrose kann bereits in der Pubertät auftreten oder in späteren Jahren als Folge einer endokrinen Erkrankung, wie etwa einer Schilddrüsenüberfunktion. Das Ausmaß dieser Krankheit kann stark schwanken.
Bei einer starken Ausprägung entwickeln die Betroffenen häufig einen großen Leidensdruck. Die Feuchtigkeitsansammlungen am Körper sind nicht nur unangenehm, sondern zudem schlecht zu kaschieren.
Ursachen
Es gibt sowohl eine primäre als auch eine sekundäre Hyperhidrose. Die Ursachen der primären Hyperhidrose sind in der Regel nicht bekannt. Diese Form der Krankheit beginnt meist im Jugendalter und wird durch
ausgelöst.
Sekundäre Hyperhidrose
Der sekundären Hyperhidrose liegt eine Krankheit zugrunde. Dazu zählen
- Schilddrüsenkrankheiten
- hormonelle Erkrankungen
- neurologische Erkrankungen
- psychische Krankheiten oder auch
- die Einnahme bestimmter Medikamente
wie zum Beispiel Kortison oder Salicylsäure.
Erkrankungen
Einige Krankheiten verursachen jedoch krankhaftes Schwitzen, welches dann nichts mehr mit der eigentlichen Funktion zu tun hat. Eine dieser Krankheit ist die Hyperthyreose, die Überfunktion der Schilddrüse. Der Körper produziert hier zu viele Schilddrüsenhormone, die unter anderem bewirken, dass der Patient meist grundlos schwitzt.
Diabetiker, die sich im Unterzucker befinden, leiden ebenfalls unter krankhaftem Schwitzen. Auch Krebserkrankungen können die Ursache für das Schwitzen sein. Patienten, die zum Beispiel an Leukämie leiden, schwitzen vermehrt.
Das Schwitzen kann jedoch auch im Zusammenhang mit einem grippalen Infekt oder einer Grippe auftreten, wenn der Patient Fieber hat. Auch Herzkrankheiten wie zum Beispiel der Herzinfarkt können die Ursache für übermäßiges Schwitzen sein.
Verlauf
In vielen Fällen kann eine Hyperhidrose gut behandelt werden. In anderen Fällen ergeben sich durch die Behandlung jedoch auch Komplikationen oder Folgeerkrankungen. Einige Patienten schwitzen nach einem entsprechenden Eingriff zwar nicht mehr an der behandelten Stelle, jedoch an einer anderen.
Patienten, die vermehrt an den Füßen schwitzen, neigen dadurch häufig zu Pilzerkrankungen im Bereich der Füße. Durch den dauernden Schweiß sind die Füße feucht und bieten einen idealen Nährboden für Pilze. Meist erfolgt zusätzlich zur medizinischen Behandlung auch eine psychotherapeutische Behandlung des Patienten.
Symptome
Patienten mit einer Hyperhidrose schwitzen an bestimmten Stellen des Körpers extrem stark und bilden an diesen Stellen auch vermehrt Schweiß. Dies kann so weit gehen, dass der Schweiß sogar den Körper heruntertropft. In jedem Fall wird die Kleidung durchnässt oder auch die Schuhe feucht, wenn die Füße betroffen sind.
Eine Hyperhidrose tritt meist
- unter den Armen in den Achselhöhlen
- an den Füßen oder
- an den Händen
auf.
Wie stark eine Hyperhidrose ausgeprägt ist, ist unterschiedlich. Die einen Patienten schwitzen nur an einer Stelle des Körpers, die anderen am ganzen Körper.
Dabei tritt das starke Schwitzen unabhängig von einer körperlichen Tätigkeit auf und hat nichts mit normalem Schwitzen zum Beispiel bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer zu tun. In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen Überblick über eine mögliche Einteilung der Hyperhidrose in Schweregrade an Achseln (A) sowie an Hand- und Fußflächen (H).
Schweregrad | Symptome |
---|---|
Schwergrad I: Leichte Hyperhidrose | A + H: vermehrte Hautfeuchtigkeit; A: Schweißflecken mit 5 bis 10 cm Durchmesser |
Schweregrad II: Mäßig starke Hyperhidrose | A + H: Schweißperlenbildung; A: Schweißflecken mit 10 bis 20cm Durchmesser; H: Schwitzen nur auf Handflächen und Fußsohlen |
Schweregrad III: Starke Hyperhidrose | A + H: tropfender Schweiß; A: Schweißflecken mit mehr als 20cm Durchmesser; H: Schwitzen betrifft auch Rückseite von Fingern/Zehen sowie seitliche Ränder |
Folgen
Folge einer starken Hyperhidrose im Fußbereich können Pilzerkrankungen sein. Viele Patienten leiden auch psychisch stark unter ihrer Krankheit und kapseln sich von ihrer Umwelt ab.
Sie gehen nur noch mit Wechselkleidung aus dem Haus, vermeiden das Händeschütteln, haben ständig ein Deo dabei usw. Für einige Patienten hat die Krankheit auch berufliche Auswirkungen.
Diagnose
Zu einem Arztbesuch wird bei übermäßigem Schwitzen geraten, wenn
- sich für die Schweißausbrüche keine konkrete Ursache erkennen lässt
- das Schwitzen in erster Linie in den Nachtstunden auftritt oder
- der Patient unter hohem Fieber leidet.
Erste Anlaufstelle bei ständigen starken Schwitzen ist der Hausarzt. Sollte es erforderlich sein, überweist dieser den Patienten an einen Facharzt wie einen
Anamnese
Führt das übermäßige Schwitzen den Betroffenen zu einem Arzt, setzt dieser sich zuerst mit der Krankengeschichte auseinander. So möchte er wissen, wie lange der Patient schon unter der Hyperhidrose leidet und in welchen Situationen die Schweißausbrüche vorkommen.
Außerdem sind weitere Beschwerden wie
- Abgeschlagenheit
- Kurzatmigkeit oder
- Fieber
von Bedeutung. Darüber hinaus erkundigt sich der Arzt danach, ob sich das Schwitzen auf bestimmte Körperregionen wie die Achseln, die Hände oder die Füße beschränkt oder ob es zu Hitzewallungen am gesamten Körper kommt.
Wenn ein Patient seine Probleme einem Arzt schildert, wird dieser im ersten Schritt umfangreiche Untersuchungen vornehmen, um eine evtl. zugrunde liegende Krankheit feststellen zu können. Grund für Schwitzen könnte zum Beispiel eine Schilddrüsenerkrankung sein.
Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch; er misst den Blutdruck, fühlt den Puls und nimmt Blut ab.
Die Blutuntersuchung dient zur Kontrolle
- von Entzündungszeichen
- der Blutzusammensetzung
- des Blutzuckerspiegels sowie
- der Hormonkonzentration.
Auch Urin und Stuhl werden untersucht. Je nach den Untersuchungsergebnissen können auch weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgen erfolgen.
Weitere Untersuchungen
Je nach Verdachtsfall können noch weitere Untersuchungsmethoden durchgeführt werden. Dazu gehören
- eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Herzens
- ein EKG (Elektrokardiogramm)
- eine Röntgenuntersuchung des Brustraums
- eine Computertomographie (CT) sowie
- eine Magnetresonanztomographie (MRT).
Sind all diese Untersuchungen ergebnislos, steht die Diagnose Hyperhidrose fest. Im Rahmen eines abschließenden Tests kann der Arzt nun noch herausfinden, wie viel Schweiß sich pro Minute bei dem Patienten bildet.
Dazu wird dem Patienten an der betroffenen Hautstelle ein spezielles Papier aufgeklebt, das den Schweiß aufsaugt. Das Papier wird dann gewogen, so dass die Schweißmenge ermittelt werden kann.
Behandlung
Eine Hyperhidrose kann sowohl konservativ als auch durch einen chirurgischen Eingriff behandelt werden. Im ersten Schritt werden jedoch zuerst konservative Maßnahmen ausprobiert. Erst wenn diese nicht helfen, erfolgt eine Operation.
Behandlung mit Botulinumtoxin A
Besonders bei starkem Schwitzen im Bereich der Achselhöhle aber auch im Bereich der Hände und Füße kann ein Medikament gespritzt werden, das so genannte Botulinumtoxin A. Das Medikament wird mit Hilfe einer Spritze und vielen kurzen Einstichen unter die Haut gespritzt und verhindert so die Schweißproduktion an dieser Stelle.
Diese Behandlungsmethode empfinden viele Patienten als besonders schmerzhaft. Nicht immer zeigt sie auch einen Erfolg.
Iontophorese
Besteht die Hyperhidrose an den Füßen und/oder den Händen, kann auch mittels Iontophorese behandelt werden. Hände oder Füße werden während der Behandlung in ein Salzwasser eingetaucht, in das minimale Mengen von Strom geleitet werden. Bis sich hier ein Behandlungserfolg einstellt, werden oft wochenlange Behandlungen benötigt.
Bei Diabetes
Hat die Blutuntersuchung ergeben, dass der Patient an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leidet, so muss der Blutzucker des Patienten wieder auf einen normalen Wert eingestellt werden. Dies kann - je nach Höhe des Ausgangswertes - mit Tabletten oder durch das Spritzen von Insulin erreicht werden. In jedem Fall muss der Patient selbst regelmäßig seinen Blutzucker kontrollieren und seine Ernährung danach ausrichten.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion
Haben die Blutwerte sowie der Ultraschall eine Schilddrüsenüberfunktion ergeben, so kann der Arzt spezielle Medikamente verordnen, so dass die Schilddrüse weniger Hormone produziert. In einigen Fällen kann auch eine Operation notwendig sein, bei der die Schilddrüse verkleinert wird und dadurch weniger Hormone bildet.
Während der Wechseljahre
Leiden Frauen in den Wechseljahren unter starkem Schwitzen, so kann der Arzt Hormone verordnen. Auch im Bereich der Naturheilkunde gibt es diverse Präparate, die die Patientinnen hier gegen ihre Beschwerden einnehmen können.
Bei einer Krebserkrankung
Konnte der Arzt eine Krebserkrankung feststellen, so muss - je nach Art des Tumors - eine Operation, eine Chemo- und/oder eine Strahlentherapie erfolgen. Auch eine Knochenmarktransplantation kann notwendig sein.
Operative Maßnahmen
Helfen all diese Methoden nicht, gibt es verschiedene operative Maßnahmen zur Behandlung der Hyperhidrose. Bei der so genannten Schweißdrüsen-Saugkürettage werden die Nerven der Schweißdrüsen durchtrennt.
Zuvor wird Fettgewebe unter der Haut abgesaugt. Besteht vermehrtes Schwitzen im Bereich der Achselhöhle, können hier die Schweißdrüsen auch operativ entfernt werden.
Als letzte Möglichkeit bietet sich noch eine endoskopische transthorakale Sympathektomie an. Im Rahmen einer Operation werden hier Nervenfasern im Bereich der Brust chirurgisch durchtrennt. Neben diesen Eingriffen gibt es noch weitere, auch im Handel sind noch viele weitere Präparate erhältlich.
Selbsttherapie
Gegen übermäßiges Schwitzen, auch Hyperhidrose genannt, lässt sich einiges tun. So wird empfohlen, lockere Kleidung aus Wolle bzw. Baumwolle zu tragen und auf Textilien aus Kunstfasern zu verzichten. Außerdem ist es ratsam, sich stets nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden.
Wer unter Schweißfüßen leidet, sollte häufig barfuß laufen. Dies wirkt sich durch das Anregen der Fußsohlen positiv auf die Schweißdrüsenaktivität aus.
Abgesehen davon ist es ratsam, Schuhe aus Leder zu tragen, die eine durchgehende Ledersohle haben. Von Sohlen aus Holz, Kunststoff oder Gummi wird dagegen abgeraten.
Da bestimmte Lebensmittel wie Kaffee, scharfe Gewürze und Alkohol das Schwitzen fördern, ist es besser, auf deren Genuss zu verzichten. Das Gleiche gilt für den Konsum von Zigaretten. Auf keinen Fall darf jedoch die Zufuhr von Flüssigkeit eingeschränkt werden.
Weitere wichtige Selbsttherapiemaßnahmen sind
- regelmäßiges Wechselduschen
- Vollbäder mit Zusätzen aus Heublumen und Sole sowie
- die Verwendung von antibakteriellen Deodorantien.
- Besteht Übergewicht, wird empfohlen, dieses abzubauen.
Körperpflege
Hinsichtlich der Körperpflege empfiehlt es sich zunächst die Achselhaare zu entfernen. Diese nehmen den Schweiß auf und speichern ihn regelrecht, so dass selbst ein flüchtiges Waschen kaum Effekte zeigt. Nach der Rasur und auch nach dem regelmäßigen Duschen mit milden Pflegeprodukten, lohnt es sich auf spezielle Antitranspirant-Mittel zu greifen. Diese enthalten unter anderem Aluminium-Lacatat, Aluminiumchlorid mit Wasser oder auch Alkohol.
Antitranspirant-Mittel
Perspirex zum Beispiel ist auf eine übermäßige Schweißbildung ausgerichtet und selbst für Menschen mit einer empfindlichen Haut sehr gut geeignet. Zudem gibt es Präparate mit den Inhaltsstoffen Aluminium-Lactat und Aluminiumchlorid für den täglichen Gebrauch, so etwa als Roll-On oder auch nur für eine ein- bis dreimal wöchentliche präventive Anwendung.
Verzichtet wird auf Konservierungs- und Duftstoffe, was natürlich gerade für Allergiker eine tolle Möglichkeit darstellt, sich ohne Beschwerden gegen den Schweiß zu wappnen.
Ein bisschen Sport
Bewegung ist an jedem Tag ein probates Mittel um fit und gesund zu bleiben. Allerdings sollte man nicht bei 35 Grad in der prallen Mittagssonne seine Joggingrunde drehen. Hier ist es wesentlich gesünder und auch effektiver, die frühen Morgenstunden zu wählen oder das Training auf den Abend zu verlegen.
So vermeidet man eine zusätzlich Überlastung des Körpers und kann insgesamt auf ein positiveres Trainingsergebnis zurückblicken. Vergessen sollte man dabei allerdings nicht, den Körper mit ausreichend Magnesium zu versorgen, das bei einem Schwitzen vermehrt ausgeschieden wird. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt man hier, wenn man zu Mineralwasser greift, das mit Magnesium angereichert ist.
Wenn zu den genannten Tipps noch öfter am Tag die Beine für einige Minuten hochlegt, eine kleine Sprühflasche mit Wasser in der Tasche dabei hat, mit der man das Gesicht zwischendurch kühlen kann und sich auch den einen oder anderen Akupressurpunkt aneignet, dann kann man selbst in der größten Hektik innerlich und äußerlich relativ gelassen durch den heißen Tag gehen.
Zusätzliche Tipps bei Hitze
Sprühflasche griffbereit halten
Als nächstes heißt es, eine Flasche zu haben. Eine Sprühflasche, die eine feine Düse aufzeigt und Mineralwasser enthält, dass soweit möglich kühl gestellt werden sollte, bietet die optimale Erfrischung.
Wird einem dann sehr hitzig im Gesicht und kommt auch noch ein schwindeliges Gefühl hinzu, dann kann man jederzeit einen feinen Hauch dieses gekühlten Wassers ins Gesicht und auf den Hals sprühen, was angenehm erfrischt und auch den Kreislauf wieder etwas stabilisiert.
Trinken
Gerade bei hohen Temperaturen vergessen zahlreiche Menschen, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und wundern sich dann auch noch, wenn der Blutdruck ebenso in den Keller sackt wie der Kreislauf. Hier hilft es, mindestens 2 bis 3 Liter zu trinken, und das am besten entweder in Form von
- Mineralwasser
- Apfelschorle oder
- lauwarmen Tee.
Eisgekühlte Getränke erfrischen hingegen nur scheinbar, steigern jedoch die Aktivität de Organismus und bewirken somit genau das Gegenteil, inklusive erneuten Schwitzanfällen.
Duschen - aber richtig
Das Gleiche gilt übrigens für die Feierabenddusche oder die morgendliche Dusche. Je kühler man duscht, desto mehr bemüht sich der Körper darum, die Temperatur wieder auszugleichen.
Da er hierbei wieder auf vollen Touren läuft, wird auch die Schweißbildung verstärkt und man ist genauso verschwitzt wie vor der Dusche. Besser ist es,
- eher lauwarm zu duschen
- sich anschließend leicht abzutupfen
- ein Antitranspirant aufzusprühen und
- sich in möglichst leichte Kleidung zu hüllen.
Frischekick und Wechselkleidung
Wenn der Kreislauf sich ebenso bemerkbar macht wie auch die Schweißdrüsen, dann hilft es oft schon, ein bis zwei Gläser nicht zu kaltes Wasser oder kalten Tee zu trinken. Über die Unterarme für einige Minuten kaltes Wasser laufen zu lassen, bewirkt ebenfalls einen beruhigenden und gleichzeitig kühlenden Effekt auf den strapazierten Organismus.
Generell sollte man sich wie schon bereits erwähnt gerade im Sommer nicht zu dick anziehen und lieber auf luftige Kleidung umsteigen. Schlägt das Wetter Kapriolen und man weiß nicht, ob man nun heute frieren oder schwitzen wird, dann tut man gut daran, Wechselkleidung mitzunehmen oder auch ein, zwei Oberteile übereinander zu ziehen, so dass man bei viel Wärme ein Teil rasch ausziehen kann.
In Sachen Ernährung
Auch in Sachen Essen heißt es auf Leichtes umzusteigen.
- Gemüse kalt oder warm
- viel frisches Obst
- Salate in allen Variationen und
- weißes Fleisch wie Huhn, Pute oder auch Fisch,
sind im Sommer und bei Stress wesentlich leichter für den Körper zu verdauen als fettreiches. Fleischsorten, wie Schwein oder auch Lamm hingegen haben zudem an sich schon einen Eigengeruch, der später auch über die Drüsen abgegeben wird. Milchprodukte bieten eine wertvolle Alternative, wenn man dank einem hektischen und heißen Tag nicht wirklich Hunger hat.
Doch ohne Energie wird man den Tag noch schlechter überstehen und gerade in den oben genannten Lebensmitteln stecken unter anderem viele B-Vitamine, die sich besonders auf ein angespanntes Nervenkostüm beruhigend auswirken und dank vieler weiterer Vitalstoffe auch ein übermäßiges Schwitzen durchaus reduzieren können.
Hinsichtlich der Lebensmittelwahl und Getränke hilft es oft auch schon, wenn man regelmäßig Salbeitee trinkt.
Auch Salbei im Essen bewirkt einen schweißreduzierenden Effekt, zumal der Salbei auch bakterientötende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
Hausmittel
Übermäßiges Schwitzen kann auch mit verschiedenen Hausmitteln bekämpft werden. Dazu gehört zum Beispiel der Genuss von Salbeitee. So gilt Salbei als wirksames Mittel gegen nächtliche Schweißausbrüche.
Zur Behandlung empfiehlt es sich, in einem Zeitraum von vier Wochen dreimal pro Tag eine Tasse mit Salbeitee einzunehmen.
Ein weiteres altes Hausmittel ist das Einreiben mit Franzbranntwein. Dieser eignet sich besonders gut zur Behandlung von verschwitzen Handflächen und Fußsohlen.
Gegen Schweißfüße haben sich zudem Fußbäder mit Eichenrindensud bestens bewährt. Die Eichenrinde wirkt sich auch entspannend aus und beruhigt die Nerven.
Da starkes Schwitzen in der Regel mit unangenehmen Körpergerüchen verbunden ist, stehen auch zu deren Behandlung Hausmittel zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Thymian, Eichenrinde und Walnussblätter, die man zusammenmischt und zu einem Sud aufkochen lässt. Dann wird der Sud zur Reinigung des Körpers verwendet.
Ebenso sinnvoll ist es, einem Vollbad 0,5 Liter Tomatensaft zuzufügen. Ein solches Bad ist zweimal pro Woche zu nehmen.
Homöopathische Mittel
Zur Behandlung von starkem Schwitzen können auch Homöopathika zum Einsatz gelangen. Dazu gehören vor allem
- Sepia D12
- Sulfur D12 und
- Acidum sulfuricum D12.
Als hilfreich gegen Schweißfüße gilt Calcium carbonicum D12.
Vorbeugung
Um Schweißausbrüchen vorzubeugen, werden die Anwendung von kalt-warmen Wechselduschen und Bäder mit Zusätzen aus Moor, Sole oder Heublumen empfohlen. Außerdem sollte die betroffene Person Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung oder autogenes Training ausüben.
Auf diese Weise lässt sich das vegetative Nervensystem beruhigen, was wiederum Schweißausbrüchen vorbeugt. Dies gilt besonders dann, wenn sich das starke Schwitzen während der Wechseljahre zeigt.
Treten Schweißausbrüche stets vor Stresssituationen wie öffentlichen Auftritten oder Prüfungen auf, wird als Vorbeugung eine Bachblüten-Therapie empfohlen. Neben den Notfall-Tropfen gelten auch Mimulus und Rock als geeignet für eine Behandlung.
Einer Hyperhidrose lässt sich generell nur begrenzt vorbeugen. Als sinnvoll gilt das Vermeiden von scharfen Speisen und Stress.
Darüber hinaus sollte eine luftige und atmungsaktive Kleidung getragen werden. Empfohlen wird zudem die Anwendung von chemischen Antitranspiranten.
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- Krankheit als Symbol: Ein Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Einlösung., C. Bertelsmann Verlag, 1996, ISBN 3570122654
- Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2016, ISBN 3833844566
- Kinderkrankheiten: Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 9783833829093
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- Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
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- Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
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